Am Sonntag, den 16.11.2025, lud der Ortsverein Hundsmühlen zur Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages am Ehrenmal ein. Gemeinsam mit der Gemeindepastorin
Heike Boelmann-Derra gedachten alle Teilnehmenden den Opfern von Krieg, Terror und Gewalt.
Sowohl der 1. Vorsitzende des Ortsvereins, Heiko Kroon, wie auch die Gemeindepastorin Heike Boelmann-Derra betonten in ihren Ansprachen die Wichtigkeit, den Frieden aktiv zu bewahren. Geschichte wiederhole sich, da ist jede/r einzelne durch Achtsamkeit und aktive Mitarbeit gefragt.
Begleitet wurde die Gedenkfeier durch Jürgen Schlömer, der die Feier musikalisch auf seinem Euphonium untermalte.

* * *
Ansprache des 1. Vorsitzenden Heiko Kroon zur Gedenkfeier am Volkstrauertag:
Liebe Hundsmühlerinnen und Hundsmühler,
meine sehr verehrten Gäste,
ich darf Sie heute im Namen des Ortsvereins Hundsmühlen zu dieser Gedenkstunde hier am Ehrenmal begrüßen – schön, dass Sie alle da sind. Anlässlich des heutigen Volkstrauertages treffen wir uns hier, um zu Gedenken. Wir gedenken all denjenigen, die durch die letzten zwei Weltkriege ums Leben gekommen sind, aber auch denjenigen, die durch Terror, Gewalt und durch ihren Einsatz für die Bundesrepublik und für die Demokratie ums Leben gekommen sind.
In diesem Jahr jährt sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 80. Mal. Es ist 80 Jahre her, dass Europa diesen grausamen Krieg, der durch Deutschland aus imperialen Interessen entfacht wurde, überwunden hat. Dieser Krieg hat Europa in Schutt und Asche gelegt, 3,5% der damaligen Weltbevölkerung kamen in diesem grausamen Feldzug ums Leben. Die Zahl der Menschen, die das Kriegsende erlebt und überlebt haben, schwindet nach 80 Jahren – verständlicherweise. Insofern schwindet auch die Zahl derer, die als Zeitzeuginnen und -zeugen davon berichten können, um das Gedenken am Leben zu halten. Daher freut es mich, dass Sie alle heute hier sind, um das Gedenken fortzuführen.
Gedenken heißt nicht nur zuhören und innehalten, Gedenken heißt auch einen aktiven Beitrag zur Versöhnung zu leisten, davon zu erzählen und die Lehren aus der Geschichte zu teilen. Denn Geschichte wiederholt sich, im Positiven wie auch im Negativen. Viele Themen aus der Geschichte sind heute, 80 Jahre nach Kriegsende, wieder präsent. Wieder tobt ein Angriffskrieg auf europäischem Boden in der Ukraine, nun schon im vierten Jahr. Und wieder gibt es rechte und extremistische politische Strömungen, die unsere demokratischen Werte und Grundfesten mit simpler Ideologie zu unterwandern versuchen. Insofern rufe ich Sie und uns alle dazu auf, das Gedenken an die Kriege, an die Menschen, die diesen Kriegen zum Opfer fielen, an Tod, Terror und Gewalt aufrecht zu erhalten, daraus zu lernen und es weiterzugeben, damit unsere demokratische freiheitliche Grundordnung auch morgen und übermorgen Bestand haben wird. Ich rufe Sie und uns dazu auf, unseren hoffnungsvollen Beitrag zu leisten, dass wir alle und auch unsere Kinder und Enkelkinder in Zukunft in einem freiheitlichen und demokratischen Europa leben dürfen.
Seit 1952 sprechen die Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen einer Feierstunde im Deutschen Bundestag das sogenannte Totengedenken. Es wurde in diesem Jahr um die Personen erweitert, die wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden. Außerdem werden in das Totengedenken Polizistinnen und Polizisten mit aufgenommen, die im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren. Auch ich möchte im Rahmen dieser Feierstunde das Totengedenken vorlesen:
Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren, etwa wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität, oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten, Polizisten und anderen Einsatzkräfte, die im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind.
Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.
* * *
